John Martyn | John Martyn |
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Sein chronischer Hang zu musikalischen Gratwanderungen zwischen Folk, Rock, Jazz und Pop sowie später auch Trip Hop machte den britischen Komponisten, Sänger und Gitarristen John Martyn unter anderem auch zu einem bedeutenden Pionier der modernen akustischen Gitarre. Von Hause aus Folk Musiker, machte der Sohn eines Opernsänger-Ehepaars schon früh in seiner Karriere deutlich, dass er sich von herkömmlichen musikalischen Kategorien und Genre-Eingrenzungen nicht einengen lassen würde. Noch in den späten 1960er Jahren schickte er den Sound seiner Stahlsaitengitarre durch allerlei Effektgeräte wie Fuzzbox, Phaser und Echoplex und produzierte damit bereits auf seinem dritten Album "Stormbringer" (1970) unverwechselbare klangliche und stylistische Mischungen. Das Videobeispiel zeigt John Martyn bei einem Auftritt an der Reading University in London im Oktober 1978. Besonders beindruckend ist bei "Small Hours", neben dem für ihn so typsichen gesanglichen Charisma, sein souveräner Umgang mit einem seiner Lieblingseffekte, dem Echoplex, das unter seinen Händen zu einem Teil seiner Gitarre - und diese zu einem völlig neuartigen Musiksinstrument - zu werden scheint.
John Martyn verstarb im Januar 2009 im Alter von 60 Jahren. Eric Clapton sagte über Martyn's Lebenswerk: "John war seiner Zeit geradezu unvorstellbar weit voraus". Im Laufe seiner kurvenreichen Karriere arbeitete Martyn unter anderem mit Davy Graham, Al Stewart, Lee Perry, Eric Clapton, David Gilmour und Phil Collins, um nur einige zu nennen. Sein Album "One World" von 1977 wird von einigen Kritikern zu den ersten frühen Vorläufern des Trip Hop gerechnet. Zu seinen wichtigsten Verdiensten als Gitarrist zählt die Hinführung elektrischer Elemente zur akustischen Gitarrre, doch auch der "rein akustische John Martyn" besitzt einen ihm eigenen und unverwechselbaren Sound, vornehmlich über die perkussive Technik seiner rechten Hand und die Verwendung exotischer Stimmugen. |